Daten­wis­sen­schaft­liches Suchbild

Für ein Projekt experimentiere ich gerade mit HTML5 Canvassen. Dabei ist unter anderem die folgende “Animation” entstanden. Hier werden zufällig bunte Punkte in ein Canvas gemalt, nur ein Wort wird ausgespart. Das Wort wird dabei zufällig aus allen Wörtern der aktuellen Seite gezogen. Um zu erfahren, wo welches Wort gerade im Canvas versteckt muss man der Animation erst einmal eine ganze Weile zusehen..

Die Animation läuft nur mit aktiviertem JavaScript.

Während ihr der Animation zuschaut macht ihr quasi Data Science! Ihr beobachtet Datenpunkte und versucht davon abstrahierend ein Muster zu finden :)

Zugegeben, ein bisschen anders funktioniert das mit den Datenwissenschaften schon. Aber in beiden Fällen transportieren einzelne Datenpunkte nur relativ wenige Informationen. Manchmal sind die Informationen auch noch irreführend oder lenken ab: In der Animation oben hat die Farbe der Punkte bspw. gar keine Bedeutung, sieht nur hübsch aus… Wenn aber viele Datenpunkte zusammen gekommen sind ergibt sich ein Muster und man kann zunächst erahnen, wo sich das Wort im Bild befindet, und mit weiteren Daten auch schon Teile oder später das gesamte Wort erkennen. Es wird auch deutlich, dass die Fläche gar nicht komplett bemalt sein muss – das Wort ist schon viel früher klar zu erkennen.

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts sagen sie alle…
Auch wenn ich den Vergleich ein bisschen … nicht so passend finde, ist die Idee dahinter natürlich nicht ganz falsch. Daten spielen eine zunehmend große Rolle in unserem Leben, fragt mal Google! Wenn ihr ein Video bei YouTube guckt, weiß Google nur ein kleines bisschen über euch. Wenn ihr das öfter macht, weiß Google ein bisschen mehr. Wenn ihr Google für jede online Suche benutzt, eure Emails über Google-Mail verwaltet, und einfach ohne Blocker im Internet surft, kann Google euch in Kürze besser einschätzen als ihr es je selbst könntet… Das Gleiche gilt natürlich für all die anderen kleinen und großen Player wie Facebook oder Amazon, die uns auf Schritt und Tritt tracken wollen. Daher plädiere ich regelmäßig für Datensparsamkeit: Geht nicht so achtlos mit eurer Privatsphäre um!

Aus “urheberrechtlichen” Gründen gibt es keinen Download-Knopf für das automatisch generierte Bild. Ihr könnt es also nicht mitnehmen, sondern müsst immer wieder kommen wenn ihr es nochmal sehen wollt – natürlich jedes mal mit anderen Datenpunkten! Es lohnt sich also hier ab und zu mal reinzuschauen ;-)

Den Code zur Animation gibt es mittelmäßg kommentiert auf diesem Webserver.

Der erste Auftritt des Wahlberaters

Screenshot des Artikels über den WahlBerater im SprachRohr
Screenshot des Artikels über den WahlBerater im SprachRohr

Vom WahlBerater habe ich ja schon geschrieben. Jetzt ist er das erste mal außerhalb meines Ereignishorizonts in Erscheinung getreten. Ein kurzer Artikel im SprachRohr widmet sich auf Seite 42(!) dem Projekt, siehe Screenshot. Das SprachRohr ist die Zeitschrift der Studierendenschaft der FernUniversität in Hagen, für die wir ja aktuell den WahlBerater entwickeln. In dem Artikel erzählen wir kurz etwas zum Projekt und rufen vor allem dazu auf Thesen einzureichen.

Ich habe mein Team explizit so gewählt, dass niemand in einer Partei oder parteinahen Verbindung ist und keiner von uns an der FernUniversität in Hagen studiert oder studiert hat. Damit sind wir weitestgehend unabhängig, wissen aber eben auch nicht viel über die Situation der Studierenden an der Hochschule, die offensichtlich außergewöhnlich ist: (i) die Studierenden wohnen selten direkt am Universitätsstandort, sondern sind weltweit verteilt; (ii) außerdem studieren viele gar nicht Vollzeit, sondern haben eigentlich einen teils ausfüllenden Beruf; (iii) andere sind schon längst aus dem berufspflichtigen Alter raus und wollen sich jetzt einfach nochmal weiterbilden; (iv) oder so ähnlich (v) und so weiter…

Jedenfalls sind wir darauf angewiesen, dass die Studierenden uns ihre Sicht auf die Dinge schildern. Wo sehen sie Probleme oder Potential? Was sollte sich unbedingt ändern? Und so weiter… Ok. Natürlich sind wir nicht darauf angewiesen, sondern haben auch Pläne B und C, aber Thesen aus der Perspektive von den Studierenden sind potentiell wesentlich wertvoller!

Um die Thesen zu sammeln habe ich eine LimeSurvey-Instanz aufgesetzt und eine Umfrage erstellt in der Teilnehmer:innen bis zu 6 Thesen auf einmal vorschlagen können. Warum 6? Wissen wir auch nicht. Reiner Kompromiss zwischen zu viel und zu wenig.. ;-)

LimeSurvey ist echt spannend! Es bietet die Möglichkeit eine ganze Menge Logik in eine Umfrage zu implementieren, zum Beispiel frage nur nach der Mailadresse, wenn Verlosung angeklickt ist oder frage nur nach These 4, wenn These 3 ausgefüllt wurde. Damit können Teilnehmende einfach zwischendrin die Umfrage abschließen indem sie eine These leer lassen. LimeSurvey ist aber auch in anderer Hinsicht aufregend, denn es ändert gefühlt-nichtdeterministisch unterschiedlichste Eigenschaften einer Umfrage. Beispielsweise kann es vorkommen, dass mit dem Klick auf veröffentlichen plötzlich ein einzeiliges Textfeld zu einer mehrzeiligen Textbox wird, oder dass plötzlich Abhängigkeiten zwischen den Feldern verloren gehen, wenn man eine weitere Frage hinzufügt. Die IT-affinen unter euch verstehen sicher was das für eine Katastrophe ist!? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Werkzeug empfehlen kann oder es überhaupt selbst nochmal einsetzen werde – abgesehen von den Aussetzern ist es ja eigentlich wirklich sehr komfortabel, bereitet halt nur die eine oder andere schlaflose Nacht… Wenn ihr eine bessere Alternative kennt: Raus mit der Sprache!

Nebenbei sind jedenfalls weiter fleißig am Entwickeln und Organisieren. Vielleicht leakt ja in Kürze mal ein Screenshot… ;-)

Der Wal wird WahlBerater

Logo des WahlBeraters
Logo des WahlBeraters

Wie letztens schon angekündigt wird es in Kürze eine neue coole Wahlentscheidungshilfe geben! Ich hatte ja bereits gesagt, dass das neue Werkzeug eher auf dem Konzept des Wahl-O-Mats beruht und wir uns daher ein bisschen von DeinWal absetzen wollen.

Nun ist es so weit. Nach vielen kreativen Ideen und lustigen Diskussionen steht der neue Name steht fest: In Zukunft wird euch der WahlBerater bei euren Wahlentscheidungen tatkräftig unterstützen! Eine Webseite ist unter wahlberater.de registriert. Logo und Twitter-Account @wahlberater gibt es natürlich auch schon!

Wir sind schon fleißig am Entwickeln und möchten den WahlBerater so bauen, dass er möglichst unkompliziert auch für andere Wahlen eingesetzt werden kann. Meldet euch also gern, wenn ihr also auch mal einen WahlBerater haben wollt!